Hi Daniel, hi Ioannis, Ihr seid Gründer von seatbase. Was macht Euer Startup eigentlich?
Wir entwickeln eine Plattform zur Verwaltung von Cloudsoftware. Konkret helfen wir Unternehmen dabei, ihre Cloud-Applikationen – also SaaS-Tools – effizient zu verwalten, Transparenz über ihre Nutzung zu gewinnen und unnötige Kosten einzusparen.
Wie würdet Ihr Eure Vision in einem Satz beschreiben?
Wir befähigen alle IT-Experten, in ihrer täglichen Arbeit über sich hinauszuwachsen.
Was war der Auslöser oder das Problem, das Euch zur Gründung inspiriert hat?
Ioannis: Ich arbeite seit über zehn Jahren im IT-Bereich und war an der Entwicklung mehrerer Softwareprodukte beteiligt. Gleichzeitig hat mich das Thema Unternehmertum schon immer fasziniert. Die Kombination aus Technologie-Entwicklung und Selbstständigkeit hat mich letztlich dazu motiviert, den Schritt in die Gründung zu gehen.
Daniel: seatbase ist bereits meine zweite Gründung. Ich habe zuvor schon einmal ein Startup mitgegründet und gemerkt, wie viel Spaß mir diese Arbeit macht. Deshalb war für mich schnell klar, dass ich weiterhin in diesem Umfeld arbeiten möchte. Ioannis und ich haben uns bei einem Startup-Speeddating von Triathlon kennengelernt. Anschließend gab es noch ein paar Treffen und wir haben schnell beschlossen, gemeinsam am seatbase-Projekt zu arbeiten. Wir sind mit einer ersten Idee gestartet, haben ein Produkt entwickelt, aus Gesprächen mit potenziellen Kundinnen und Kunden gelernt und es immer wieder angepasst. Dabei haben wir verstanden, dass es nicht nur darum geht, ein gutes Produkt zu bauen. Entscheidend ist, wirklich zu verstehen, welches Problem der Markt hat und wie man dieses konkret lösen kann.
Wie sieht Euer Weg in die Gründung aus?
Daniel: Meine Eltern sind beide selbstständig, deshalb war der Wunsch, irgendwann mein eigener Chef zu sein, schon früh da. Außerdem haben mich Startups schon immer fasziniert. Während meines Studiums an der htw saar habe ich die Startup-Welt dann intensiver kennengelernt, unter anderem durch Formate wie das 5-Euro-Startup. Über einen Social Media-Post bin ich schließlich auf eine Idee gestoßen, habe mich mit zwei anderen Studierenden vernetzt und daraus ist mein erstes Startup entstanden.
Ioannis: Ich habe an der Universität des Saarlandes Informatik studiert und dort meinen Master gemacht. In dieser Zeit habe ich mich viel mit künstlicher Intelligenz und zeitlichen Vorhersagen beschäftigt. Daraus entstand auch die ursprüngliche Idee für seatbase: nämlich wie man die Nutzungslast von Lizenzen vorhersagen kann und Unternehmen dadurch Kosten optimieren können.
Nach einer Phase intensiver Forschung haben wir dann schließlich angefangen, ein Team aufzubauen. Heute sind wir seit über zwei Jahren Teil des Triathlon-Ökosystems und haben eine EXIST-Förderung erhalten, mit der wir die Gründung von seatbase weiter vorantreiben konnten.
Wie sieht Euer Team heute aus und wie ergänzt Ihr Euch in der täglichen Arbeit?
Unser Team besteht aktuell aus sechs Personen – vier Männer und zwei Frauen. Gegründet haben wir zu dritt: Ioannis, Daniel und Danish. Zusätzlich verstärken drei weitere Teammitglieder die Bereiche Softwareentwicklung und Business. Der Schwerpunkt liegt im Moment auf der Produktentwicklung, deshalb ist der Anteil an Software-Entwicklern im Team größer. Perspektivisch möchten wir aber auch im Vertrieb stärker wachsen.
Im Alltag hat jedes Teammitglied einen klaren Verantwortungsbereich. Gleichzeitig unterstützen wir uns gegenseitig, wo es nötig ist. Wir arbeiten mit flachen Hierarchien, haben einen tollen Teamspirit und viel Spaß bei unserer Arbeit. Besonders wichtig ist für uns, dass jede und jeder im Team Eigenverantwortung übernimmt und sich selbst gut organisieren kann. Genau diese Mischung aus klaren Rollen und gegenseitiger Unterstützung funktioniert für uns sehr gut.
Was war Eure bisher größte Herausforderung und wie seid Ihr damit umgegangen?
Jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich. Gerade am Anfang ist vieles unklar und kaum planbar. Man weiß oft nicht genau, was als Nächstes passiert oder welche Probleme auftauchen werden. Wichtig ist, diese Ungewissheit zu akzeptieren und keine Angst davor zu haben. Eine Herausforderung, die uns schon häufiger begegnet ist, war unsere Namensgebung. Heutzutage ist fast jeder noch so ausgefallene Name schon vergeben; sei es als Web-Domäne, als Marke oder als Firma. So hatten wir uns zweimal für einen Namen entschieden, der sich anschließend als unbrauchbar herausgestellt hat. Deswegen ist jedem Startup-Gründer zu raten, bei der Namenswahl ganz genau hinzuschauen.
Gibt es einen Fehler, der Euch beim Gründen so nicht nochmal passieren würde?
Ein wichtiger Lernpunkt für uns war die Frage, wie wir das Team zusammenstellen. Im Laufe der Zeit haben wir gemerkt, wie entscheidend es ist, dass die Personen wirklich zu uns, unserem Projekt und den Anforderungen eines Startups passen. In Zukunft wollen wir uns bei der Auswahl unserer Mitstreiterinnen und Mitstreiter etwas mehr Zeit lassen, um besser verstehen zu können, ob wir wirklich zueinander passen. Am Ende ist es entscheidend, dass wir ein Team aufbauen, das sich durch unterschiedliche Persönlichkeiten und Fähigkeiten ergänzt.
Ein zweiter Punkt betrifft den richtigen Zeitpunkt für den Markteintritt. Es ist sehr wichtig, früh genug in den Markt zu gehen, um Feedback zu sammeln. Gleichzeitig darf das Produkt nicht zu früh präsentiert werden – es muss bereits so weit entwickelt sein, dass man überhaupt sinnvolles Feedback bekommen kann. Hier die richtige Balance zu finden, ist gar nicht so einfach.
Was war der bisher verrückteste Moment in Eurer Startup-Story?
Wenn wir zurückblicken, wo wir noch vor einem Jahr gestanden haben, ist es total verrückt, wo wir heute angelangt sind. Nehmen wir unsere Plattform: Wir haben ein Produkt aus dem Boden gestampft, das den höchsten Ansprüchen von Unternehmen gerecht wird. Das wirklich die Probleme unserer Kunden löst und ihnen das Leben vereinfacht. Es ist total verrückt, was wir bisher geleistet haben und das macht uns echt stolz.
Was würdet Ihr jemandem raten, der oder die sich gerade mit dem Gründen auseinandersetzt?
Tausch Dich so viel wie möglich mit anderen aus. Vernetze Dich, sprich mit Menschen aus der Startup-Szene und werde Teil eines Ökosystems, das Dich unterstützt. Und vor allem gilt: Trau Dich! Viele Dinge lassen sich erst verstehen, wenn man den Schritt wirklich geht.
Danke Euch für Eure Zeit!
Weitere Information über das Start-up: https://seatbase.io

